Der vedische Kalender
Der vedische Kalender ist das traditionelle Zeitrechnungssystem des Hinduismus und richtet sich nach den Bewegungen von Mond und Sonne. Er bestimmt seit Jahrtausenden religiöse Feste, Rituale und günstige Zeitpunkte in Indien. Anders als der westliche Kalender betrachtet er Zeit nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Jeder Tag besitzt eine eigene spirituelle Bedeutung. Mondphasen, Sternbilder und Sonnenstände spielen dabei eine zentrale Rolle. Der vedische Kalender verbindet Astronomie, Religion und Philosophie zu einem ganzheitlichen System. Bis heute prägt er das religiöse Leben von Millionen Menschen.
Keine Sorge: Wer gerade keine Lust auf Mondhäuser, Tithis und kosmische Zeitzyklen hat, darf dem Universum kurz zuwinken und einfach zum nächsten Thema springen.
Der vedische Kalender – Zeitrechnung im Hinduismus
Der vedische Kalender ist ein traditionelles hinduistisches Zeitrechnungssystem, das sich an den Bewegungen von Mond und Sonne orientiert. Er wird in Indien bis heute für religiöse Feste, Rituale, Tempelabläufe, Fasttage und astrologische Berechnungen verwendet. Anders als der westliche Gregorianische Kalender bildet er nicht nur Tage und Monate ab, sondern bewertet Zeitqualität.
Grundlagen des vedischen Kalenders
Der vedische Kalender ist lunisolar:
Mond bestimmt die Monate.
Sonne sorgt für die Anpassung an das Sonnenjahr.
Ein Mondmonat umfasst etwa 29,5 Tage. Um die Differenz zum Sonnenjahr auszugleichen, wird regelmäßig ein Schaltmonat (Adhika Masa) eingefügt.
Zentrale Zeiteinheiten
Tithi (Mondtag)
Ein Mondmonat hat 30 Tithis.
Tithi richtet sich nach dem Winkel zwischen Sonne und Mond.
Hinduistische Feste werden nach Tithis, nicht nach festen Daten gefeiert.
Paksha (Mondhälfte)
Shukla Paksha: zunehmender Mond (Neumond → Vollmond)
Krishna Paksha: abnehmender Mond (Vollmond → Neumond)
Nakshatra (Mondhäuser)
Der Himmel ist in 27 (manchmal 28) Nakshatras unterteilt.
Der Mond durchläuft täglich ein Nakshatra.
Jedes Nakshatra besitzt eigene Eigenschaften und Bedeutungen.
Yoga und Karana
Feinere Zeitqualitäten.
Entscheidend für Rituale, Hochzeiten und Tempelzeremonien.
Vedische Monate
Die Monatsnamen variieren regional, folgen aber meist diesem Schema:
Chaitra
Vaishakha
Jyeshtha
Ashadha
Shravana
Bhadrapada
Ashwin
Kartika
Margashirsha
Pausha
Magha
Phalguna
Diese Monate beginnen je nach Tradition mit Neumond oder Vollmond.
Sonnenjahre und Tierkreis (Rashi)
Zusätzlich zum Mondjahr existiert das Sonnenjahr:
Die Sonne durchläuft 12 Tierkreiszeichen (Rashi).
Der Eintritt der Sonne in ein neues Zeichen heißt Sankranti.
Besonders wichtig: Makar Sankranti (Beginn der Sonne im Steinbock).
Yuga-Zeitrechnung
Der vedische Kalender ist eingebettet in ein kosmisches Zeitsystem:
Satya Yuga
Treta Yuga
Dvapara Yuga
Kali Yuga
Nach hinduistischer Auffassung leben wir derzeit im Kali Yuga, dem Zeitalter des moralischen Niedergangs.
Bedeutung für Feste und Rituale
Alle wichtigen hinduistischen Feste basieren auf dem vedischen Kalender, darunter:
Diwali
Holi
Navaratri
Janmashtami
Maha Shivaratri
Die Termine ändern sich jedes Jahr im westlichen Kalender, bleiben aber im vedischen System konstant.
Vedischer Kalender und Astrologie (Jyotisha)
Der vedische Kalender ist Grundlage der vedischen Astrologie:
Geburtshoroskope
Muhurta (günstige Zeitpunkte)
Fasttage und Gelübde
Tempelrituale
Zeit wird nicht als neutral betrachtet, sondern als qualitativ wirksam.
Einordnung
Der vedische Kalender ist kein historisches Relikt, sondern ein lebendiges System, das Religion, Astronomie und Philosophie verbindet. Er strukturiert das religiöse Leben von Millionen Menschen in Indien bis heute.
