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Ganesh Chaturthi

Ganesh Chaturthi ist das Fest zu Ehren Ganeshas, des Gottes der Weisheit, des Anfangs und der Hindernisüberwindung. An diesem Tag wird er als erste göttliche Kraft angerufen, bevor etwas Neues beginnt. Ganesha steht für Klarheit im Denken, innere Ruhe und erfolgreichen Fortschritt. Seine Verehrung verbindet spirituelle Tiefe mit lebensnaher Symbolik. Ob Studium, Reise oder innerer Weg – ohne Ganeshas Segen beginnt im Hinduismus nichts. Das Fest erinnert daran, dass wahre Stärke oft aus Gelassenheit und Humor entsteht.

Falls dein innerer Elefant heute lieber schläft oder du gerade keine Lust auf Mantras, Mäuse und süßen Pudding hast, geh einfach entspannt zum nächsten Thema weiter – Ganesha nimmt es gelassen.

Göttlicher Ganesha mit Elefantenkopf, Maus als Reittier und süßen Opfergaben, feierliche Darstellung von Ganesh Chaturthi.

Ganesh Chaturth

Gruß an Ganesha, der das Absolute selbst ist, der Höchste Gott, der die Energie Shivas verkörpert und die Quelle aller Glückseligkeit ist. Er verleiht alle positiven Eigenschaften und Erfolg bei allen Unternehmungen.

Lobpreis und Mantra

Mushikavahana modaka hastha,Chamara karna vilambitha sutra,Vamana rupa maheshwara putra,Vighna vinayaka pada namaste

„Oh Vinayaka (Name für Ganesha; wörtlich: der alle Hindernisse beseitigt), der Du alle Hindernisse beseitigst, Sohn von Shiva, klein gewachsen, mit der Maus als Deinem Fahrzeug, mit süßem Pudding in der Hand, mit großen Ohren und einem langen herabhängenden Rüssel. Ich verneige mich vor Deinen lotusgleichen Füßen!“

Bedeutung von Ganesh Chaturthi

Ganesh Chaturthi, der Geburtstag von Ganesha, ist eines der bekanntesten hinduistischen Feste. Dieser Tag ist ganz Ganesha geweiht. Er fällt auf den vierten Tag der zweiwöchigen Phase des zunehmenden Mondes (nach Neumond) des Monats Bhadrapada (August/September) und wird in ganz Indien sowie weltweit von Hindus gefeiert.

Tonfiguren Ganeshas werden angefertigt, zwei oder manchmal zehn Tage lang verehrt und anschließend dem Wasser übergeben.

Ganesha – der Gott am Anfang aller Dinge

Ganesha ist der elefantenköpfige Gott. In allen Gebeten wird er zuerst angerufen. Seine Namen werden zu Beginn aller Unternehmungen oder Verehrungsrituale wiederholt. Ganesha ist die Energie hinter Kraft und Weisheit. Er ist der älteste Sohn Shivas und der Bruder von Skanda (auch Kartikeya genannt). Da er die Energie Shivas ist, nennt man ihn auch den Sohn von Shankar und Umadevi. Mütter erhoffen sich durch die Verehrung Ganeshas seine gediegenen Tugenden auch für ihre Söhne.

Die Legende von Ganeshas Geburt

Über seine Geburt und darüber, wie er zu seinem Elefantenkopf kam, gibt es folgende Legende:

Gauri, die Gemahlin Shivas, schuf einst während eines Bades aus dem Schlamm ihres Körpers Ganesha als ein reines, weißes Geschöpf. Sie stellte ihn vor den Eingang des Hauses und sagte ihm, er solle niemanden hereinlassen, während sie bade. Als Shiva nach Hause kam, sehr durstig, wurde er am Eingang von Ganesha aufgehalten. Shiva wurde wütend und schlug ihm den Kopf ab, da er ihn für einen Fremden hielt.

Gauri war darüber tief traurig. Um sie zu trösten, befahl Shiva seinen Dienern, dem erstbesten Wesen, das mit dem Kopf nach Norden gewandt schlief, den Kopf abzuschlagen und ihm zu bringen. Die Diener fanden nur einen Elefanten, der diese Bedingung erfüllte. Sie führten die entsprechende Opferhandlung durch und brachten Shiva den Kopf des Elefanten. Shiva setzte den Elefantenkopf auf den Körper von Ganesha.

Shiva ließ seinen Sohn fortan zu Beginn aller Unternehmungen wie Hochzeiten, Reisen, Studien usw. verehren und ordnete an, dass der vierte Tag der Phase des zunehmenden Mondes des Monats Bhadrapada besonders der Verehrung Ganeshas gewidmet sein solle.

Ganesha im täglichen Leben

Ohne die Gunst und den Segen Ganeshas kann man nichts erreichen. Jedes Handeln bedarf seiner Unterstützung.

Im Bundesstaat Maharashtra lernen Erstklässler in der ersten Unterrichtsstunde das Ganesha-Mantra Om Shri Ganeshaya Namah, noch bevor sie das Alphabet lernen.

Namen und Mantras Ganeshas

Ganesha hat viele weitere Namen, darunter: Dhumraketu, Sumukha, Ekadantha, Gajakarnaka, Lambodara, Vignaraja, Ganadhyaksha, Phalachandra, Gajanana, Vinayaka, Vakratunda, Siddhivinayaka, Surpakarna, Heramba, Skandapurvaja, Kapila, Vigneshwara oder Maha-Ganapathi.

Ganesha-Anhänger wiederholen eines der Ganesha-Mantras wie Om Gang Ganapathaye Namah, Om Shri Ganeshaya Namah oder das Ganesha-Gayatri:

Tat purushaya vidmaheVakratundaya dhimahiTanno dhanti prachodayat

Spirituelle Bedeutung Ganeshas

Ganesha ist die Verkörperung von Weisheit und Wonne. Er ist der Gott der Brahmacharis (spirituelle Schüler; Menschen, die enthaltsam leben). Sein Fahrzeug ist eine kleine Maus. Er ist der dem Muladhara-Chakra (Energiezentrum am unteren Ende der Wirbelsäule) zugeordnete Gott. In diesem energetischen Zentrum ruht die Kundalini Shakti, die kosmische schöpferische Energie im Menschen.

Er beseitigt alle Hindernisse auf dem Weg des spirituellen Aspiranten und verhilft ihm zu weltlichem und spirituellem Erfolg. Daher nennt man ihn auch Vighna Vinayaka, den Beseitiger aller Hindernisse. Sein Bija Akshara (Wurzelsilbe) ist Gung (gesprochen „gang“). Er ist der kosmische Aspekt von Frieden und Harmonie.

Om, Symbole und Bedeutung

Ganesha repräsentiert Om (Pranava), den kosmischen Urklang und das ursprüngliche Mantra der Veden. Ohne Om zu wiederholen, kann man nichts erreichen. Deshalb wird Ganesha vor Beginn jeglichen Rituals oder Vorhabens angerufen. Seine beiden Füße stehen für die Kraft des Wissens und die Kraft des Handelns. Der Elefantenkopf stellt das einzige in der Natur vorkommende Symbol für Om dar.

In einer Hand hält er den Ankusha, eine speerähnliche Waffe mit geschwungenen Zacken, die seine Herrschaft über die Welt und das Königreich Gottes symbolisiert.

Maus und Elefant – tiefere Symbolik

Dass ausgerechnet eine Maus sein Reittier ist, steht für die vollständige Überwindung des Egoismus. Die Maus ist eines der kleinsten Geschöpfe der Natur, der Elefant eines der größten. Diese Symbolik zeigt, dass Ganesha der Schöpfer aller Wesen ist. Elefanten gelten als weise Tiere, daher ist Ganesha die Verkörperung der Weisheit.

Diese Darstellung steht zugleich für den evolutionären Entwicklungsprozess: Die Maus entwickelt sich sinnbildlich zum Elefanten und der Elefant schließlich zum Menschen. Deshalb hat Ganesha eine Maus als Reittier, einen Elefantenkopf und den Körper eines Menschen.

Herr der Ganas und Verehrung in allen Traditionen

Ganesha ist der Herr der Ganas, der Heerscharen und Gruppen, etwa der Elemente oder der Sinne. Er ist der Anführer aller Anhänger Shivas und der himmlischen Diener Shivas.

Auch die Vaishnavas, die Vishnu als höchsten Gott verehren, ehren Ganesha als Tumbikkai Alwar, den „Gott mit dem Elefantenrüssel“.

Seine Gefährtinnen oder Kräfte sind die Kundalini, die schöpferische Energie, und Vallabha, die Kraft der Liebe.

Süßer Pudding, Mond und Stoßzahn

Ganesha liebt süßen Pudding oder süße Bällchen aus Reismehl. An seinem Geburtstag ging er einst von Haus zu Haus und nahm überall süßen Pudding als Gabe entgegen. Nachdem er sehr viel davon gegessen hatte, ritt er abends auf seiner Maus. Als die Maus eine Schlange sah, erschrak sie, stolperte, und Ganesha fiel herab. Sein Bauch brach auf, und der süße Pudding fiel heraus. Ganesha sammelte alles wieder ein und band die Schlange um seinen Bauch.

Der Mond hatte dies gesehen und lachte. Ganesha ärgerte sich über dieses unziemliche Verhalten, riss einen seiner Stoßzähne heraus und schleuderte ihn gegen den Mond. Er verfluchte den Mond, sodass niemand am Ganesh-Chaturthi-Tag den Mond anschauen sollte. Wer es dennoch tut, erntet schlechten Ruf und Kritik. Nur das Hören oder Lesen der Geschichte, in der Krishna Ganeshas Charakter im Zusammenhang mit dem Syamantaka-Edelstein reinigt, kann diesen Fluch aufheben. Diese Geschichte steht in der Srimad Bhagavatam. Ganesha stimmte dem zu. Ruhm dem gütigen und barmherzigen Ganesha.

Der Wettstreit der Brüder

Eines Tages stritten Ganesha und sein Bruder Subramanya darüber, wer der Ältere sei. Shiva entschied, dass beide eine Reise um die ganze Welt machen sollten. Wer zuerst zurückkäme, wäre der Ältere. Subramanya setzte sich sofort auf seinen Pfau und begann die Reise. Der weise Ganesha hingegen umrundete ehrfürchtig seine göttlichen Eltern und bat um den Sieg.

Shiva fragte: „Wie kann ich dir den Preis geben, wo du doch keine Reise um die Welt gemacht hast?“Ganesha antwortete: „Ich bin um meine Eltern herumgegangen. Sie sind das gesamte offenbarte Universum.“

So wurde der Streit zugunsten Ganeshas entschieden. Parvati schenkte ihm als Lohn eine Frucht.