Durga eine der bedeutendsten Göttinnen
Durga ist eine der bedeutendsten Göttinnen des Hinduismus und verkörpert die göttliche Urkraft Shakti. Sie steht für Schutz, Stärke und die Wiederherstellung kosmischer Ordnung. Bekannt ist sie vor allem als Bezwingerin des Dämonen Mahisasura. Durga erscheint eigenständig und unabhängig von männlichen Gottheiten. In ihrer Ikonographie vereint sie zahlreiche Waffen und Symbole göttlicher Macht. Sie wird als Mahadevi, die große Göttin, verehrt. Ihre Mythen verbinden äußeren Kampf mit innerer Läuterung. Durga spielt eine zentrale Rolle im Shaktismus. Ihre Verehrung kulminiert im Fest der Durga Puja.
Wenn Chaos übertreibt, kommt Durga ohne Diskussion – mehr im Artikel oder direkt weiter.
Darstellung der Göttin Durga als Mahishasuramardini, der Bezwingerin des Büffeldämons Mahishasura. Durga reitet auf einem Löwen und hält mehrere göttliche Waffen in ihren Armen, die ihre überlegene Shakti symbolisieren. Der besiegte Dämon liegt unter ihr, während die dramatische Landschaft und das strahlende Licht ihre Rolle als Wiederherstellerin der kosmischen Ordnung und Beschützerin des Dharma verdeutlichen.Durga
Durga gehört zu den populärsten und kraftvollsten Göttinnen des Hinduismus. Ihr Name bedeutet „die schwer Zugängliche“ oder „die schwer zu Begreifende“ und verweist auf ihre transzendente Natur. Durga vereint gütige und strafende Aspekte und gilt als Göttin der Vollkommenheit. Sie verkörpert Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit und erscheint in verschiedenen Formen wie Saraswati, Lakshmi, Ambika oder Ishvari. Im Tantrismus ist sie die Shakti, die weibliche Urkraft des Universums. Anders als viele andere Göttinnen ist Durga in dieser Gestalt keinem männlichen Gott zugeordnet und tritt vollkommen eigenständig auf.
Darstellung und Ikonographie
In der klassischen indischen Kunst erscheint Durga fast ausschließlich als Mahishasuramardini, die Bezwingerin des Büffeldämons Mahisasura. Frühere Darstellungen zeigen sie mit vier, sechs oder acht Armen, spätere mit zehn, achtzehn oder sogar zwanzig Armen – ein klares Symbol für ihre überwältigende Shakti. Sie besitzt ein drittes Auge auf der Stirn und reitet meist auf einem Löwen oder Tiger, Zeichen von Macht, Mut und Kontrolle über instinktive Kräfte.
In ihren Händen hält sie zahlreiche Attribute, darunter Waffen wie Dreizack, Diskus, Schwert, Keule, Pfeil und Bogen, aber auch religiöse Symbole wie Gebetskette oder Glocke. In zornvollen Erscheinungsformen manifestiert sie sich als Kali oder Chamunda. Im Shaktismus gilt Durga als höchste Göttin, identisch mit dem Absoluten, als Mahadevi und Ambika, die Allmutter. In Nepal wird die jungfräuliche Kumari als lebendige Inkarnation Durgas verehrt.
Mythos
Der bekannteste Mythos um Durga ist im Devi Mahatmya (Teil des Markandeya-Purana) und im Devi Bhagavata überliefert. Er schildert ihren Kampf gegen den Dämon Mahisasura, der durch eine Gabe Brahmas nur von einer Frau getötet werden konnte. In seiner Arroganz hielt er sich für unbesiegbar und unterwarf Himmel und Erde.
Aus dem Zorn und der Energie der Götter – insbesondere Shivas und Vishnus – entstand daraufhin Durga. Jeder Gott überreichte ihr seine eigene Waffe, und so zog sie als strahlende, überirdische Gestalt in den Kampf. Mahisasura wechselte währenddessen ständig seine Gestalt, doch Durga besiegte ihn schließlich in seiner Büffelform. Dieser Sieg steht sinnbildlich für die Wiederherstellung der kosmischen Ordnung.
Symbolische Bedeutung
Die Erzählung besitzt eine tiefgehende symbolische Ebene. Der Büffeldämon steht für Egoismus, Unwissenheit, Verblendung und geistige Trägheit. Seine wechselnden Formen symbolisieren die vielen Erscheinungsweisen des Übels. Durgas Waffen verkörpern geistige Kräfte wie Weisheit, Nicht-Anhaftung und Erkenntnis. In der hinduistischen Deutung besiegt sie damit die sechs inneren Feinde des Menschen:Kama (Begierde), Krodha (Zorn), Lobha (Gier), Moha (Verblendung), Mada (Hochmut) und Matsarya (Neid).
Durga wird dadurch zur Göttin der inneren Läuterung, der spirituellen Erkenntnis und der Überwindung des Niederen im Menschen.
Verehrung und Fest
Das wichtigste Fest zu Ehren der Göttin ist die Durga Puja, die nach dem Mondkalender im September oder Oktober gefeiert wird. Besonders im Bundesstaat Westbengalen, vor allem in Kolkata, ist sie das bedeutendste Fest des Jahres. In rituellen Handlungen wird der Sieg Durgas über Mahisasura symbolisch nachgestellt.
Hymnische Verehrung
Die berühmte Hymne Ya Devi Sarva Bhuteshu aus dem Devi Mahatmya bringt die zentrale Vorstellung auf den Punkt: Durga existiert nicht nur außerhalb der Welt, sondern lebt als Bewusstsein, Weisheit, Geduld, Frieden und Mutterliebe in allen Wesen. Sie ist zugleich kosmische Macht und inneres Prinzip – furchteinflößend und schützend, zerstörend und befreiend.
