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Shivaratri

Shivaratri ist die Nacht der Stille, der Hingabe und der inneren Sammlung. Während die Welt schläft, richtet sich der Blick nach innen. Shiva wird nicht als ferne Gottheit verehrt, sondern als das eigene Selbst. Fasten, Wachsein und Mantra führen zu Klarheit und Loslösung. Shivaratri erinnert daran, dass wahre Transformation in der Tiefe geschieht. Eine Nacht, die mehr Licht bringt als viele Tage.

Wenn dir das Wachbleiben bis zum Morgen zu ambitioniert ist, kein Problem – Shiva zählt auch leise Gedanken. Zum nächsten Thema darfst du trotzdem weiterschreiten

Shiva-Lingam bei Nacht, umgeben von Kerzenlicht, Bael-Blättern und Opfergaben während Shivaratri.

Shivaratri

Bedeutung und Zeitpunkt von Shivaratri

Shivaratri, die „Nacht Shivas“, fällt auf den 13. oder 14. Tag nach Vollmond im Monat Phalgun (Februar/März). Dieses Fest zu Ehren Shivas und seiner Hochzeit mit Parvati wird hauptsächlich in der Nacht begangen und gilt als eine der heiligsten Zeiten der Shiva-Verehrung.

Nachtwache und Rituale

An diesem Tag wird strenges Fasten eingehalten. Manche trinken nicht einmal Wasser. Die Nacht hindurch bleibt man wach und verehrt das Shiva-Lingam, das Symbol Shivas. Alle drei Stunden wird es mit Milch, Quark, Honig, Rosenwasser und anderen heiligen Substanzen übergossen.

Gleichzeitig erklingt ununterbrochen das Mantra Om Namah Shivaya, und Bael-Blätter, die als besonders heilig gelten, werden geopfert. Es heißt, Lakshmi, die Göttin von Überfluss und Wohlstand, wohne in diesen Blättern.

Gesang, Mantra und Befreiung

Mit großer Hingabe werden Hymnen zu Ehren Shivas gesungen, darunter das Shiva Mahimna Stotra von Pushpadanta oder Ravanas Shiva Tandava Stotra. Immer wieder wird das fünfsilbige Shiva-Mantra Om Namah Shivaya rezitiert.

Wer an Shivaratri den Namen Shivas mit vollkommener Hingabe und Konzentration wiederholt, wird von allen Sünden befreit. Er erreicht die mythische Wohnstätte Shivas, lebt dort in Glückseligkeit und ist erlöst vom Kreislauf von Geburt und Tod. Aus diesem Grund pilgern an Shivaratri unzählige Gläubige zu Orten mit bedeutenden Shiva-Tempeln.

Innere Verehrung Shivas

Shiva wird an diesem Tag nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich verehrt:

„Oh Shiva! Du bist mein Selbst.Mein Geist ist Parvati.Meine Pranas, die Lebensenergien, sind Deine Diener.Mein Körper ist Dein Haus.Meine Taten in der Welt sind Verehrung zu Dir.Mein Schlaf ist Samadhi.Wenn ich gehe, umkreise ich Dich.Meine Sprache ist Gebet zu Dir.So opfere ich Dir alles, was ich bin.“