Samsara
Kurz erklärt: Samsara bezeichnet den fortlaufenden Kreislauf von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. Solange Unwissenheit über die eigene wahre Natur besteht, setzt sich dieser Kreislauf fort.
Einfach erklärt: Im Hinduismus gilt das Leben nicht als einmaliges Ereignis, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs. Geburt und Tod sind Übergänge. Der Mensch durchläuft verschiedene Existenzen, bis er erkennt, wer er wirklich ist. Samsara ist dabei kein Strafsystem, sondern ein natürlicher Zustand des Daseins.
Wichtige Punkte:
Samsara ist kein Gericht und keine Strafe
Er entsteht aus Unwissenheit (Avidya)
Er umfasst Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt
Ziel ist nicht ein besseres Samsara, sondern Befreiung daraus
Samsara und Karma
Samsara ist der Rahmen, in dem Karma wirkt. Karma beschreibt Ursache und Wirkung von Handlungen. Samsara beschreibt den Kreislauf, in dem diese Wirkungen immer wieder erfahren werden.
Karma erklärt das Wie der Erfahrungen. Samsara beschreibt das Wo der Existenz.
Wer Karma versteht, aber sich weiterhin mit Körper und Ego identifiziert, bleibt im Samsara gebunden.
(Hinweis: Eine ausführliche Erklärung findest du im Artikel „Karma“.)
Samsara und Moksha
Das Gegenstück zu Samsara ist Moksha – die Befreiung. Moksha bedeutet das Ende des Kreislaufs, nicht durch Flucht, sondern durch Erkenntnis. Wenn der Mensch erkennt, dass Atman (das innere Selbst) nicht an Geburt und Tod gebunden ist, verliert Samsara seine Macht.
Häufiger Irrtum
„Samsara ist die Strafe für schlechtes Karma.“→ Falsch. Samsara ist kein Urteil, sondern ein Zustand der Unwissenheit. Karma wirkt innerhalb dieses Zustands, nicht als Strafe, sondern als Gesetzmäßigkeit.
Kurz gesagt: Karma bindet durch Handlung. Samsara wiederholt durch Unwissenheit. Moksha befreit durch Erkenntnis.
Samsara ist wie ein Karussell. Man darf mitfahren – aber niemand ist verpflichtet, ewig sitzen zu bleiben.
