Der Mount Kailash gilt seit Jahrtausenden als Wohnstätte von Shiva und Parvati. In den Überlieferungen sitzt Shiva hier in vollkommener Stille, jenseits von Zeit und Bewegung. Wer diesen Ort besucht, kommt nicht, um etwas zu erobern, sondern um loszulassen.
Kailash wird als Zentrum der Welt beschrieben – als Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren. Viele Traditionen sehen ihn als Axis Mundi, die Verbindung zwischen den Ebenen des Seins. Nicht die Höhe macht diesen Berg besonders, sondern seine Form: Er gleicht einem natürlichen Shivlinga, ganzjährig von Eis umhüllt, klar und unbewegt.
Rund um den Kailash entspringen große Flüsse Asiens, und zu seinen Füßen liegen zwei bedeutende Seen: Manasarovar, der „See des Geistes“, und Rakshastal, der Salzsee. Gemeinsam symbolisieren sie Reinheit und Gegensätze, Bewusstsein und Tiefe.
Der Berg selbst gilt als unbesteigbar. Nicht aus technischen Gründen allein, sondern aus Respekt. Pilger umkreisen ihn in stiller Parikrama, denn der Weg führt nicht nach oben, sondern nach innen. Viele berichten von einer besonderen Energie, von Zeitwahrnehmung, die sich verändert, und von einer Stille, die tiefer wirkt als Worte.
So bleibt Kailash ein Ort der Begegnung mit dem Wesentlichen. Nicht jeder, der ihn sieht, versteht ihn – aber wer ihn versteht, trägt ihn weiter im Inneren.
Wer sich näher mit der geografischen Lage, der religiösen Bedeutung und den historischen Hintergründen des Mount Kailash befassen möchte, findet auf Wikipedia weiterführende und sachliche Informationen aus wissenschaftlicher und kultureller Perspektive.
🔗 Mount Kailash – Wikipedia (Deutsch)
