Islam
Der Islam ist eine Religion der Klarheit und der bewussten Lebensführung. Er entstand im 7. Jahrhundert und ist seit über tausend Jahren ein fester Bestandteil Indiens. Im Mittelpunkt steht der Glaube an den einen Gott und die Verantwortung des Menschen für sein Handeln. Gebet, Nächstenliebe und Achtsamkeit strukturieren den Alltag. Religion und Leben sind im Islam nicht getrennt, sondern greifen ineinander. In Indien zeigt sich der Islam vielfältig, kulturell geprägt und oft von spiritueller Tiefe. Wer genauer hinsieht, entdeckt eine Religion, die Ordnung mit Mitgefühl verbindet.
Hinweis für Weiterziehende: Der Islam gibt klare Wege vor. Wenn du heute lieber einem anderen Pfad folgst – kein Problem. Die nächste Religion wartet schon.
Islam – Glaube, Alltag und spirituelle Klarheit in Indien
Der Islam wirkt auf viele Menschen zunächst klar, streng und geregelt. Und tatsächlich liebt der Islam die Ordnung. Doch hinter den festen Formen verbirgt sich eine Religion, die im Kern einfach, menschlich und zutiefst spirituell ist. In Indien ist der Islam seit über 1300 Jahren Teil des religiösen Alltags und prägt Kultur, Sprache, Architektur und Lebensweise bis heute.
Der Islam beginnt mit einer einzigen, kraftvollen Aussage: Es gibt nur einen Gott. Dieser Gott heißt Allah – kein anderer Gott, kein fremder Gott, sondern schlicht das arabische Wort für „der Eine“.
Mohammed und die Offenbarung
Der Islam entstand im 7. Jahrhundert n. Chr. auf der arabischen Halbinsel. Sein Begründer ist Mohammed, der von Muslimen nicht als Gott, sondern als letzter Prophet verstanden wird. Er steht in einer Linie mit Propheten wie Abraham, Moses und Jesus, die auch im Islam hoch verehrt werden.
Mohammed empfing nach islamischem Glauben die Offenbarungen Gottes durch den Engel Gabriel. Diese Offenbarungen wurden später im Koran gesammelt – dem heiligen Buch des Islam. Der Koran gilt Muslimen als direktes Wort Gottes, klar, unveränderlich und zeitlos.
Die fünf Säulen des Islam – ein stabiles Fundament
Der Islam ist im Alltag vor allem durch die fünf Säulen sichtbar. Sie strukturieren das religiöse Leben, ohne es zu erdrücken.
Glaubensbekenntnis (Schahada) – Es gibt keinen Gott außer Gott
Gebet (Salat) – fünfmal täglich, als bewusste Unterbrechung des Alltags
Almosen (Zakat) – Hilfe für Bedürftige
Fasten im Monat Ramadan – Disziplin, Mitgefühl und innere Reinigung
Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) – einmal im Leben, wenn möglich
Diese Säulen sind weniger als Pflichtkatalog gedacht, sondern als spirituelle Stützpfeiler, die Halt geben.
Islam in Indien – vielfältig und lebendig
Indien beherbergt heute eine der größten muslimischen Bevölkerungen der Welt. Der Islam kam nicht nur durch Eroberungen, sondern auch durch Händler, Mystiker und Sufis nach Indien. Besonders der Sufismus, eine mystische Strömung des Islam, prägte die religiöse Landschaft stark. Seine Betonung von Liebe, Musik, Poesie und Gottesnähe fand großen Anklang – auch bei Nichtmuslimen.
Moscheen, Schreine, Feste und Alltagsrituale gehören in vielen Regionen selbstverständlich zum Straßenbild. Der Islam in Indien ist daher oft kulturell verflochten, lokal geprägt und weniger einheitlich, als man von außen vermutet.
Spannungen zwischen Hindus und Muslimen in Indien
So sehr Indien für religiöse Vielfalt steht, so sehr gehört auch zur Realität, dass das Verhältnis zwischen Hindus und Muslimen von tiefen Spannungen geprägt ist. Diese Konflikte haben historische, politische und gesellschaftliche Ursachen und lassen sich nicht schönreden. Ein zentraler Wendepunkt war die Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947. Sie führte zu massiver Gewalt, Flucht und bis heute wirkenden Traumata auf beiden Seiten. Millionen Menschen waren betroffen. Besonders sichtbar ist der Konflikt im bis heute ungelösten Kaschmir-Gebiet. Die Region ist mehrheitlich muslimisch, wird jedoch größtenteils von Indien verwaltet. Militärpräsenz, Anschläge, Repressionen und politische Instrumentalisierung prägen dort seit Jahrzehnten den Alltag. Auch innerhalb Indiens kommt es immer wieder zu Spannungen und Gewalt, vor allem in Bundesstaaten wie Uttar Pradesh, Gujarat oder in Teilen Delhis. Religiöse Symbole, Tempel- und Moschee fragen, Konversionen oder Essgewohnheiten werden politisch aufgeladen und führen immer wieder zu Eskalationen. In den letzten Jahren haben hindu-nationalistische Strömungen an Einfluss gewonnen. Teile der muslimischen Bevölkerung fühlen sich dadurch ausgegrenzt oder benachteiligt. Kritiker sprechen von einer zunehmenden Politisierung der Religion. Gleichzeitig wäre es falsch, Indien ausschließlich über Konflikte zu definieren. In vielen Regionen leben Hindus und Muslime friedlich zusammen. Die Spannungen entstehen häufig weniger im Alltag der Menschen als durch politische Interessen und Machtfragen.
Alltag und Glaube – nichts getrennt
Wie im Hinduismus gilt auch im Islam: Glaube ist kein Sonntagsprogramm.
Gebet, Essen, Familie, Arbeit, Wohltätigkeit – alles ist Teil einer bewussten Lebensführung. Der Islam will nicht aus der Welt hinausführen, sondern mitten im Leben Ordnung und Sinn schaffen. Viele Muslime beschreiben ihren Glauben weniger als Einschränkung, sondern als Orientierung.
Oder einfacher gesagt: Der Islam sagt nicht, was du fühlen musst – aber er gibt dir einen Kompass.
Toleranz, Zusammenleben und Missverständnisse
In Indien leben Muslime seit Jahrhunderten Seite an Seite mit Hindus, Christen, Sikhs und Buddhisten. Konflikte gab es – wie überall –, aber auch lange Phasen friedlichen Zusammenlebens, kulturellen Austauschs und gegenseitiger Beeinflussung.
Viele Missverständnisse über den Islam entstehen nicht aus der Religion selbst, sondern aus Politik, Angst und Unwissen. Wer sich Zeit nimmt hinzuschauen, entdeckt eine Religion, die stark auf Barmherzigkeit, Verantwortung und Gerechtigkeit setzt.
Ein spirituelles Lächeln zum Schluss
Der Islam ist klar, strukturiert und direkt. Das gefällt nicht jedem – und das muss es auch nicht. Denn auch hier gilt, ganz indisch gelassen:
👉 Wenn dieser Weg gerade nicht deiner ist – die nächste Religion wartet schon.
