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Liste der Gestalten der indischen Mythologie

Die indische Götterwelt gehört zu den vielschichtigsten spirituellen Systemen der Welt. Sie kennt keine feste Anzahl von Göttern, sondern versteht das Göttliche als ein einziges Prinzip mit vielen Erscheinungsformen. Götter wie Brahma, Vishnu und Shiva stehen für grundlegende kosmische Kräfte wie Schöpfung, Erhaltung und Wandlung. Hinzu kommen zahlreiche Avatare, Göttinnen und vedische Gottheiten, die unterschiedliche Aspekte des Lebens symbolisieren. Diese Vielfalt ist kein Durcheinander, sondern ein bewusstes Ordnungssystem. Jeder Gott steht für eine bestimmte Qualität, Erfahrung oder Erkenntnis. Die indischen Götter sind weniger „Personen“ als vielmehr spirituelle Werkzeuge zum Verständnis der Welt.

Falls dir jetzt schon der Kopf raucht: Kein Karma-Schaden. Du darfst diesen Abschnitt überspringen und direkt zum nächsten Geschichte-Wechsel gehen – die Götter nehmen es gelassen.

Navagraha – Die neun Planetengötter im Universum

Künstlerische Darstellung der Navagraha: Surya, Chandra, Mangala, Budha, Brihaspati, Shukra, Shani, Rahu und Ketu im kosmischen Universum. Einführung in die hinduistische Astrologie (Jyotisha) und die planetaren Götter

Liste der Gestalten der indischen Mythologie

Diese Liste der Gestalten der indischen Mythologie zeigt Namen in Transkription, wissenschaftlicher Transliteration (IAST) und Sanskrit (Devanagari) mit kurzen Beschreibungen. Sie umfasst Gottheiten, mythische Wesen und zentrale Persönlichkeiten aus der gemeinsamen Tradition von vedischer Religion, Brahmanismus, Hinduismus, Jainismus und Buddhismus.


https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gestalten_der_indischen_Mythologie


Diese mythologische Welt entstand ab der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. im nördlichen Indien und prägte den gesamten südasiatischen Raum (heutiges Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka, Nepal und Bhutan). Die Liste bietet einen Überblick über die spirituelle Vielfalt und die Bedeutung der Gestalten, die seit Jahrtausenden in religiösen Texten, Legenden und spirituellen Lehren lebendig sind.



In der hinduistischen Astrologie (Jyotisha) werden die Navagraha verehrt

neun Himmelskörper, die zugleich als göttliche Kräfte (Devatas) verstanden werden. Sie beeinflussen Karma, Zeitqualität und Lebensereignisse.

Die neun Navagraha sind:

  1. Surya – Sonne

  2. Chandra – Mond

  3. Mangala – Mars

  4. Budha – Merkur

  5. Brihaspati (Guru) – Jupiter

  6. Shukra – Venus

  7. Shani – Saturn

  8. Rahu – nördlicher Mondknoten (Schattenplanet)

  9. Ketu – südlicher Mondknoten (Schattenplanet)

Wichtige Klarstellungen:

  • Rahu und Ketu sind keine physischen Planeten, sondern die Mondknoten (Schnittpunkte von Sonnen- und Mondbahn).

  • Trotzdem werden sie vollwertig als Devatas verehrt.

Es gibt keine feste Zahl indischer Götter

Fakten:

  • In den Veden werden 33 Hauptgottheiten genannt (8 Vasus, 11 Rudras, 12 Adityas, Indra, Prajapati).
  • Die oft genannte Zahl „330 Millionen“ beruht auf einer Fehlübersetzung von 33 koti; koti bedeutet hier „Arten“, nicht Millionen.
  • Über alle Texte, Regionen und Traditionen hinweg existieren tausende namentlich bekannte Gottheiten.
  • Der Hinduismus ist nicht polytheistisch im westlichen Sinn, sondern versteht Götter als Manifestationen eines einen Prinzips (Brahman).

Kurzfassung:

  • Formal: 33
  • Traditionell/volkstümlich: sehr viele (tausende)
  • Symbolisch: unzählige Erscheinungsformen eines Göttlichen

Eine vollständige Liste aller indischen Götter ist unmöglich, da es tausende gibt. Hier ist die sachlich korrekte, etablierte Übersicht, gegliedert nach Hauptgruppen und Traditionen.

1. Zentrale Prinzipien

  • Brahman – das absolute, formlose Urprinzip
  • Atman – göttlicher Kern im Individuum

2. Trimurti (Hauptgötter)

  • Brahma – Schöpfung
  • Vishnu – Erhaltung
  • Shiva – Zerstörung / Transformation

3. Wichtige Erscheinungsformen (Avatare & Aspekte)

Vishnu – Avatare (Dashavatara)

  1. Matsya
  2. Kurma
  3. Varaha
  4. Narasimha
  5. Vamana
  6. Parashurama
  7. Rama
  8. Krishna
  9. Buddha (in vielen Traditionen)
  10. Kalki (zukünftig)

Shiva – Aspekte

  • Mahadeva
  • Nataraja
  • Ardhanarishvara
  • Bhairava
  • Lingam
  • Pashupati
  • Rudra

4. Göttinnen (Devi / Shakti)

Tridevi

  • Saraswati – Wissen
  • Lakshmi – Wohlstand
  • Parvati – Energie / Mutterkraft

Weitere wichtige Göttinnen

  • Durga
  • Kali
  • Sati
  • Radha
  • Ganga
  • Yamuna
  • Annapurna
  • Bhairavi
  • Chandi
  • Tara

5. Veden-Götter (klassisch: 33)

Adityas (12)

  • Mitra
  • Varuna
  • Aryaman
  • Bhaga
  • Amsa
  • Dhata
  • Tvashta
  • Savitar
  • Pushan
  • Vivasvan
  • Vishnu
  • Indra (teils unterschiedlich gezählt)

Vasus (8)

  • Agni
  • Prithvi
  • Vayu
  • Antariksha
  • Aditya
  • Dyaus
  • Soma
  • Nakshatra

Rudras (11)

  • Verschiedene Formen Rudras (später Shiva)

Weitere

  • Indra
  • Prajapati

6. Natur- und Elementgötter

  • Agni – Feuer
  • Vayu – Wind
  • Varuna – Wasser / kosmische Ordnung
  • Surya – Sonne
  • Chandra / Soma – Mond
  • Prithvi – Erde
  • Dyaus – Himmel

7. Beliebte Volks- und Alltagsgötter

  • Ganesha – Hindernisse
  • Hanuman – Hingabe, Stärke
  • Kartikeya / Skanda / Murugan – Krieg
  • Kubera – Reichtum
  • Yama – Tod
  • Shani – Karma / Saturn
  • Kama – Liebe

8. Regionale und lokale Gottheiten

  • Ayyappa
  • Venkateshwara
  • Jagannath
  • Mariamman
  • Khandoba
  • zahlreiche Dorf- und Schutzgottheiten (Gramadevata)

9. Kosmische Wesen (keine Götter, aber göttlich)

  • Rishis
  • Devas
  • Asuras
  • Gandharvas
  • Apsaras
  • Nagas
  • Yakshas

Zusammenfassung

  • Keine feste Anzahl
  • 33 klassische vedische Gottheiten
  • Hunderte Hauptgötter
  • Tausende regionale und lokale Formen
  • Alle als Manifestationen eines göttlichen Prinzips verstanden
Farbenreiche, moderne Illustration mit zentralen Gottheiten der indischen Mythologie wie Vishnu, Lakshmi, Shiva, Ganesha, Durga und Sarasvati. Das Bild steht für die Vielfalt, Lebendigkeit und spirituelle Tiefe des Hinduismus und dient als zeitgemäßer Überblick über die wichtigsten Gestalten der indischen Götterwelt.