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Raksha Bandhan

Raksha Bandhan ist das Fest des Schutzes, der Verbundenheit und des stillen Versprechens füreinander. Ein einfaches Band wird zum Symbol tiefer spiritueller Kraft. Es erinnert daran, dass Schutz nicht nur von außen kommt, sondern auch aus Vertrauen und Verantwortung entsteht. Alte Rituale verbinden sich mit familiärer Nähe. Raksha Bandhan zeigt, dass Spiritualität manchmal ganz leise am Handgelenk beginnt. Und dass ein kleiner Knoten große Wirkung haben kann.

Falls du heute kein Band zur Hand hast, kein Problem – gute Gedanken wirken auch unsichtbar. Zum nächsten Thema darfst du trotzdem ganz offiziell weitergehen.

Raksha Bandhan mit Schutzband am Handgelenk, Symbol für Schutz, Verbundenheit und Segen.

Raksha Bandhan

Bedeutung und Zeitpunkt des Festes

Raksha Bandhan bedeutet wörtlich „Band des Schutzes“ (raksha = Schutz, bandha = Band, Verschluss). In Südindien ist dieses Fest als Avani Avittam bekannt. Es fällt auf den Vollmondtag des Monats Shravan (August/September). An diesem Tag tragen die Hindus eine neue heilige Schnur und opfern den alten Rishis, den Sehern und Weisen der Vorzeit, frisches Wasser.

Upakarmam und die heilige Schnur

An Raksha Bandhan gilt die Rezitation der Veden, der ältesten heiligen Schriften Indiens, als besonders segensreich. Vor allem für die Priester, die die heilige Schnur tragen, ist dieses Fest von großer Bedeutung und wird auch Upakarmam genannt.

Wenn ein Brahmanenjunge die heilige Schnur erhält, symbolisiert dies die Öffnung seines dritten Auges, des Auges der Weisheit. Das Fest erinnert die Träger der heiligen Schnur an diese tiefe spirituelle Verantwortung. Die Priester opfern Wasser ihren Vorfahren, denen sie ihre Geburt verdanken, den Rishis, von denen sie ihr spirituelles Wissen empfangen haben, und schließlich auch den Veden selbst. Jeder der vier Veden wird an einem jeweils anderen Tag verehrt.

Die göttliche Schutzlegende

Am Tag von Raksha Bandhan band Sachi, die Gemahlin Indras, dem Götterkönig Indra ein heiliges Band als Amulett um das Handgelenk, nachdem er von den Dämonen besiegt worden war. Durch die Kraft dieses Schutzbandes errang Indra den Sieg über die Dämonen zurück und eroberte die verlorene Stadt Amaravati. So wurde Raksha Bandhan zum Sinnbild göttlichen Schutzes.

Raksha Bandhan im Alltag

In Nordindien binden an diesem Tag Schwestern ihren Brüdern ein Schutzband, das Rakhi oder Raksha genannt wird, um das Handgelenk. Es steht für Schutz, Verbundenheit und Verantwortung im kommenden Jahr.

Auch Brahmanen und Hauspriester binden ihren Schirmherren und Gönnern solche Bänder um das Handgelenk und erhalten dafür Geschenke. Das Seidenband wird mit der Kraft eines Mantras aufgeladen:

Yena baddho bali raja danavendro mahabalah;Tena twam anubadhnami rakshey ma chala ma chala.

Die Kraft dieses Mantras schützt den Träger vor negativen Einflüssen.