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Vedanta

Vedanta – die Essenz der vedischen Weisheit

Vedanta bedeutet wörtlich „das Ende der Veden“ – gemeint ist nicht ein zeitliches Ende, sondern ihr innerster Kern. Vedanta fasst die spirituelle Erkenntnis der Upanishaden zusammen und stellt eine einfache, aber radikale Frage: Wer bin ich wirklich?

Im Zentrum des Vedanta stehen drei Begriffe: Brahman, Atman und Moksha. Brahman ist die höchste Wirklichkeit – grenzenlos, formlos, jenseits aller Begriffe. Atman ist das wahre Selbst des Menschen. Die Kernaussage des Vedanta lautet: Atman und Brahman sind eins. Die Trennung ist Illusion, entstanden durch Unwissenheit (Avidya).

Vedanta ist keine Religion mit Regeln oder Ritualpflichten. Es ist ein Erkenntnisweg. Ziel ist nicht ein besseres Leben, sondern das Durchschauen der Wirklichkeit. Wer erkennt, dass er nicht Körper, Gedanken oder Rolle ist, sondern Bewusstsein selbst, wird frei – das ist Moksha, Befreiung.

Im Lauf der Geschichte haben sich verschiedene Vedanta-Schulen entwickelt:

  • Advaita Vedanta (Nicht-Dualität): Es gibt nur eine Wirklichkeit.

  • Vishishtadvaita: Einheit mit Unterschieden.

  • Dvaita: Klare Unterscheidung zwischen Mensch und Gott.

Trotz ihrer Unterschiede verfolgen alle dasselbe Ziel: Erkenntnis statt Glauben, Einsicht statt Dogma.

Vedanta verlangt keinen Rückzug aus der Welt. Er lädt dazu ein, mitten im Leben klar zu sehen. Oder kurz gesagt: Du musst nichts Neues werden – du musst nur erkennen, was du nie aufgehört hast zu sein.


Meditierender hinduistischer Weiser