Ahimsa – Gewaltlos?
Oft wird Ahimsa mit absoluter Gewaltlosigkeit gleichgesetzt. Diese Vorstellung entsteht, weil Ahimsa häufig vereinfacht übersetzt wird.
Kurzfassung:
Ahimsa bedeutet nicht „keine Gewalt um jeden Preis“, sondern bewusstes Nicht-Verletzen.
Ahimsa ist ein ethisches Prinzip im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus. Es meint, Leid zu vermeiden, wo es möglich ist – im Denken, Sprechen und Handeln. Dabei zählt die Absicht mehr als eine starre Regel.
Im Alltag heißt das: respektvoller Umgang, kein unnötiges Zufügen von Leid, Mitgefühl gegenüber Menschen, Tieren und der Natur. Ahimsa verlangt jedoch keine Selbstaufgabe und keinen Realitätsverlust. Sich zu schützen oder Grenzen zu setzen widerspricht Ahimsa nicht.
Deshalb ist Ahimsa kein Dogma, sondern eine innere Haltung. Absolute Gewaltlosigkeit ist ein Ideal, kein Zwang.
Einordnung:
Ahimsa ist Bewusstsein, nicht Perfektion.
Ahimsa fragt nicht: „War es völlig gewaltlos?“ – sondern: „War es achtsam?“
