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Nataraja – Shiva als kosmischer Tänzer

Nataraja (auch Nataraji genannt) ist eine der bekanntesten und symbolisch dichtesten Erscheinungsformen des Gottes Shiva. Der Name bedeutet „König des Tanzes“. In dieser Form verkörpert Shiva den kosmischen Rhythmus von Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Der Tanz Natarajas ist kein weltlicher Tanz, sondern die Bewegung des Universums selbst.

Ikonografisch wird Nataraja tanzend in einem Flammenkreis dargestellt, der das Universum symbolisiert. Sein erhobener Fuß schenkt Befreiung, während der andere Fuß den Dämon Apasmara niederhält – das Sinnbild von Unwissenheit. In seinen Händen hält Shiva unter anderem die Damaru-Trommel (Schöpfung) und das Feuer (Zerstörung). Diese Gegensätze machen deutlich: Beides ist Teil desselben kosmischen Prozesses.

Spirituell steht Nataraja für die Erkenntnis, dass alles Existierende ständig in Bewegung ist. Nichts ist statisch, nichts dauerhaft. Geburt und Tod, Anfang und Ende sind Teil eines ewigen Kreislaufs. Der Tanz Shivas zerstört Illusionen und schafft Raum für Erneuerung.

Besonders im südindischen Shaivismus, vor allem in Tamil Nadu, besitzt Nataraja eine zentrale Bedeutung. Der Tempel von Chidambaram gilt als sein heiligster Ort. Dort wird Nataraja nicht nur als Gott verehrt, sondern als kosmisches Prinzip.

Nataraja vereint Kunst, Wissenschaft und Spiritualität: Bewegung, Zeit und Energie werden in einer einzigen göttlichen Geste zusammengeführt.

Darstellung von Nataraja, Shiva als kosmischer Tänzer, im Flammenkreis. Dynamische Tanzhaltung, Symbol für Schöpfung, Erhaltung und Zerstörung. Unter seinem Fuß liegt der Dämon der Unwissenheit. Ausdruck von Bewegung, Zeit und universeller Ordnung.