Jnana
Jnana – der Weg des Wissens
Jnana bedeutet Erkenntnis. Es ist der Weg, auf dem der Mensch durch Einsicht, Unterscheidung und inneres Verstehen zur Wahrheit gelangt. Nicht Glaube, nicht Rituale, sondern klares Erkennen steht hier im Mittelpunkt.
Im Jnana-Yoga fragt man immer wieder: Wer bin ich wirklich? Nicht der Körper, nicht die Gedanken, nicht die Rollen – sondern das, was alles wahrnimmt. Dieses forschende Erkennen nennt man Viveka, die Unterscheidung zwischen dem Vergänglichen und dem Ewigen.
Zentrales Ziel ist die direkte Erkenntnis, dass Atman (das innere Selbst) und Brahman (das Absolute) eins sind. Unwissenheit (Avidya) gilt als eigentliche Ursache von Leid. Wird sie durch Erkenntnis aufgelöst, fällt die Täuschung weg – wie Nebel in der Morgensonne.
Der Weg des Jnana ist still, manchmal streng und nicht immer bequem. Er verlangt Mut zur Wahrheit, Bereitschaft zum Loslassen von Vorstellungen und einen wachen, klaren Geist. Klassische Hilfsmittel sind Studium der Schriften, Nachdenken (Manana) und tiefe Meditation (Nididhyasana).
Kurz gesagt: Jnana ist kein Ansammeln von Wissen, sondern das Vergessen dessen, was man nie war.
Wer lieber liebt als denkt, darf gern zu Bhakti wechseln. Wer lieber handelt als grübelt, findet Karma-Yoga.Und wer bleibt und schaut – ist vielleicht schon mitten im Jnana.
