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Holi ist das farbenfrohe Frühlingsfest

Holi ist das farbenfrohe Frühlingsfest Indiens und feiert den Sieg des Guten über das Böse. Es verbindet uralte Mythen mit lebendiger Lebensfreude. Feuer, Farben und Wasser reinigen symbolisch Körper und Geist. Holi lädt dazu ein, Altes loszulassen und neu zu beginnen. Grenzen verschwimmen, Lachen ist erlaubt, und selbst der Alltag bekommt Farbe. Das Fest erinnert daran, dass Spiritualität auch leicht, verspielt und fröhlich sein darf.

Wenn dir heute nach weniger Farbe und mehr Ruhe ist, wische den Farbpinsel innerlich ab und klicke entspannt zum nächsten Thema – Holi nimmt dir das nicht übel.

Ausgelassene Menschen feiern Holi mit bunten Farben, Wasser und Freude – das indische Fest des Neubeginns.

Holi

Ursprung und mythologischer Hintergrund

In grauer Vorzeit gab es in Indien Kannibalenstämme, die verheerenden Schaden anrichteten und unschuldige Menschen bedrohten. Holika, auch Putana genannt, war eine dieser Kanibalinnen. Sie hatte besondere Freude daran, kleine Kinder zu verschlingen. Krishna tötete sie und rettete so die Kinder.

Am Holi-Fest wird bis heute ein Bildnis oder eine Figur von Holika im Feuer verbrannt – eine symbolische Erinnerung daran, dass das Böse am Ende keinen Bestand hat. In Südindien wird stattdessen eine Tonfigur von Kama, dem Liebesgott, verbrannt. Auch dies gehört zu den Ursprüngen des großen Festes Holi.

Zeitpunkt und Naturbezug des Holi-Festes

Das Fest beginnt etwa zehn Tage vor dem Vollmond des Monats Phalgun (Februar/März) und endet am Vollmondtag. Meist werden jedoch nur die letzten drei bis vier Tage intensiv gefeiert. Holi ist ein Frühlingsfest.

Die Bäume tragen lieblich duftende Blüten. Sie verkünden die Herrlichkeit und immerwährende Schönheit Gottes, erfüllen die Menschen mit Hoffnung, Freude und neuem Leben und erinnern daran, dass der Schöpfer in all diesen Formen verborgen wirkt – ganz ohne laute Worte.

Kamadahana – Holi in Südindien

In Südindien ist Holi auch unter dem Namen Kamadahana bekannt. Es erinnert an den Tag, an dem Kama, der Liebesgott, von Shiva verbrannt wurde. Liebe, so zeigt diese Geschichte, ist eine mächtige Kraft – und sollte mit Respekt behandelt werden.

Die Legende von Holika und der Kinderschar

Eine weitere Legende erzählt von der Dämonin Holika, der die Enkelin einer alten Frau geopfert werden sollte. Ein Sadhu erklärte der alten Frau, Holika könne durch Beschimpfungen und Schimpfworte besiegt werden.

Die alte Frau rief daraufhin eine große Kinderschar zusammen. Die Kinder beschimpften und verspotteten Holika so lange, bis die Dämonin tot zu Boden fiel. Über ihren Überresten entzündeten die Kinder ein Freudenfeuer – vielleicht eines der ungewöhnlichsten Beispiele dafür, dass Worte manchmal mächtiger sind als Waffen.

Prahlada – Schutz durch Hingabe

Eng mit dieser Legende verbunden ist Prahlada, der Sohn des Dämonenkönigs Hiranyakashipu, und seine hingebungsvolle Verehrung Narayanas. Um seinen Geist zu brechen, bestrafte ihn sein Vater auf vielfältige Weise. Doch alle Versuche scheiterten.

Schließlich beauftragte Hiranyakashipu seine Schwester Holika, die die Gabe besaß, dem Feuer zu widerstehen. Sie nahm Prahlada auf den Schoß und stieg mit ihm in die Flammen. Holika verbrannte, Prahlada jedoch blieb lachend unversehrt zurück. Das Feuer konnte ihm nichts anhaben, da er unter dem Schutz Gottes stand.

Diese Geschichte wird jedes Jahr an Holi aufgeführt. Sie erinnert daran, dass diejenigen, die Gott lieben, bewahrt werden, während von denen, die Gottes Anhänger quälen, letztlich nur Asche bleibt. Nach Holikas Tod beschimpften die Menschen sie und sangen Loblieder auf Gott und Prahlada. Die Schimpfworte haben bis heute überlebt – die Loblieder leider nicht immer.

Holi als Fest der Farben und der Freiheit

In Nordindien feiert man Holi ausgelassen mit gefärbtem Wasser. Familienangehörige und Freunde bespritzen sich gegenseitig oder bemalen Gesicht und Körper bunt. Nachts werden große Holzhaufen entzündet. Überall erklingen die Rufe: „Holi-ho! Holi-ho!“

An diesem Tag gibt es keine gesellschaftlichen Einschränkungen. Jeder wird nass – egal ob Nachbar, Beamter oder angesehene Persönlichkeit. Holi ist in Indien in etwa das, was der 1. April für Europa ist, nur farbenfroher und deutlich nasser. Dazu erklingen spezielle Holi-Lieder, die das Fest begleiten.

Reinigung, Feuer und Neubeginn

Während der Festtage werden die Häuser gründlich gereinigt. Unrat rund um die Häuser wird eingesammelt und verbrannt. Auf diese Weise werden Krankheitserreger vernichtet und die hygienischen Bedingungen in den Dörfern verbessert.

Junge Menschen tanzen durch die Straßen, spielen den Passanten Streiche und feiern ausgelassen. Am Ende des Festes wird ein großes Freudenfeuer entzündet, um das herum die Streiche des jungen Krishna dargestellt werden.

Das heilige Feuer für das Zuhause

Am letzten Tag von Holi nimmt man ein kleines Feuer dieses Freudenfeuers mit nach Hause. Es soll das Haus reinigen und frei von Krankheit und Leiden halten – ein stilles Symbol für Neubeginn, Schutz und Hoffnung.